Olympos - die Piratenhochburg |
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Sehenswürdigkeiten in Olympos
Nur wenige Touristen kommen wegen der antiken Stadt und deren Ruinen
nach Olympos. Die meist jungen Rucksacktouristen sind vielmehr an einer
günstigen Unterkunft und dem traumhaften Strand interessiert. Diese
Tatsache verwundert ein wenig, da der nördliche Teil des Strandes, der
zu Çıralı gehört, bei weitem nicht so überlaufen, ja fast menschenleer
ist und zudem ebenfalls sehr günstige Übernachtungs- und Verpflegungsmöglichkeiten
bietet. Der historisch interessierte Besucher sollte, wenn er in den
Sommermonaten reist, nach Möglichkeit frühzeitig losziehen um zum einen
der erbarmungslosen Hitze und zum anderen den Massen, die aus Kemer
und anderen Touristenhochburgen auf dem Land- und Seeweg angeschleppt
werden (von bösen Zungen als "Fleischtransporte" bezeichnet),
zu entrinnen.
Wir beginnen unseren Rundgang von der Strandseite. Noch am Strand befindet
sich ein Felsvorsprung mit einem kleinen Loch (Delik). Dieser unscheinbare
Fels, gab dem Ort Olympos seinen heutigen Namen: Deliktaş.
In der Antike reichte dieser Felsvorsprung bis in das Meer hinein. Was
heute im Zuge der Verlandung nur noch ein kleines Loch ist, war in der
Antike ein natürliches Felstor und die einzige Möglichkeit von Norden
her nach Olympos zu gelangen. [Foto]
Vom Meer aus führt ein Weg entlang des kleinen Flüsschens Akçay zu
den Ruinen von Olympos. Noch am Eingang befinden sich auf der rechten
Seite zwei Grabhäuser, die jeweils einen stolzen Sarkophag präsentieren.
Bei dem ersten der beiden Grabdenkmäler handelt es sich um das Grabhaus
des Eudemos (5). Eine Inschrift an der Vorderseite des Sarkophags
erteilt Auskunft über Eudemos, einem wohlhabenden Seefahrer, der ausgedehnte
Handelsreisen bis hin zum Schwarzen Meer unternahm. Unter der Inschrift
ist ein segelloses Schiff abgebildet. Wie eine Inschrift auf der Rückseite
verrät, dient dieses als Symbol für die ewige, endgültige Ruhestätte
des Kaufmanns. Der zweite Sarkophag ist der des Zosimas, aller wahrscheinlichkeit
nach ein Neffe Eudemos.[Foto]
Nur wenige Meter nach den Grabhäusern zweigt rechts ein kleiner Weg
zur Akropolis (3) ab. Der Weg ist mühsam, vor allem
im Sommer, der 15 bis 20minütige Aufstieg wird jedoch belohnt. Von der
Akropolis hat man einen wunderbaren Ausblick auf das benachbarte Çıralı
und auf Olympos.
Zurück auf der antiken Hafenstrasse, sind noch die spärlichen Überreste
einer antiken Brücke (4) zu sehen, die einst den nördlichen
Stadtteil mit dem südlichen verband. Ihr gegenüber, auf der anderen
Seite des Flusses liegen die Ruinen der byzantinischen Basilika
(7) [Foto].
Nur wenige Meter nach der Brücke zweigt erneut ein kleiner Weg zu den
römischen Bädern (2), von denen nicht mehr viel erhalten
ist, und zu dem ionischen Tempel (1) ab. Auch von dem
Tempel sind nur noch einige Mauern sowie das imposante Tor zur Cela
zu sehen. Erbaut wurde der Tempel zur Zeit des römischen Kaisers Marc
Aurel (161 - 180 n. Chr.), welchem Gott oder welcher Gottheit zu Ehren
ist ungewiss. [Foto]
Am Ende der Hafenstrasse erreichen wir schließlich den (nicht antiken)
Parkplatz. Von hier aus können wir leicht den Bach in südlicher Richtung
(links) überqueren. Die Nekropole (Friedhof) ist eine
der größten Lykiens, über 350 Gräber wurden entdeckt, davon etwa 200
Inschriften entziffert. Nordöstlich der Nekropole liegt das komplett
zerfallene Amphitheater (6), das zu seinen Glanzzeiten
8000 Zuschauern Platz bot und in byzantinischer Zeit auch als Freiluftkirche
diente.
Vom Parkplatz aus führt ein (meist) gut gekennzeichneter Weg (rot-weiße
Markierung) zu den Ruinen von Alt-Olympos. Der interessierte Besucher
sollte sich auf einen gut zweistündigen Fußmarsch einstellen.