Olympos - Die Piratenhochburg
Olympos - Einführung und geschichtlicher
Überblick
Olympos, das einstige Korykos, heute auch unter dem
Namen Deliktaş bekannt, liegt etwa 75 km südlich von Antalya am Fuße
des etwa 1355 m hohen Musa Dağı (Dağ: Berg). Man erreicht Olympos über
eine 14 km lange Schotterstrasse, die von der D400 von Antalya in Richtung
Fethiye abzweigt (Abzweigung Olympos/Çavuşköy). Zu Fuß ist Olympos
auch über den Strand von Çıralı zu erreichen.
Vom einstigen Glanz der Stadt zeugen heute nur noch einige Ruinen, die
von den meisten Touristen jedoch, in Anbetracht des malerischen Strandes,
wenig beachtet werden. Auf den Musa Dağı, zu den Ruinen
des 4,5 km entfernten ursprünglichen Olympos (750 m) verlaufen sich
neben Archäologen nur wenige, geschichtlich interessierte Touristen.
Olympos wird im 2. Jahrhundert vor Christus erstmalig urkundlich erwähnt,
aus dieser Zeit stammen auch die ältesten gefundenen Münzen. Man geht
jedoch davon aus, dass das Gebiet schon etwa 400-500 Jahre früher besiedelt
war. Von ihrem auch heute noch nur sehr schwer erreichbaren Berg an
die Küste zogen die Einwohner jedoch erst um 75 vor Christus.
Über viele Jahrhunderte in Vergessenheit geraten, konnte der Ort erst
im Jahre 1811 von dem irischen Marineoffizier und späteren Admiral Francis
Beaufort an Hand einer Inschrift am Tempel (1) als das Olympos der Antike
identifiziert werden. Das kleine Flüsschen Akçay trennt das Dorf
in eine Nord- und eine Südhälfte, die früher über eine Brücke (4) miteinenader
verbunden waren, von der heute nur noch spärliche Reste übrig sind.
In der Antike waren Çıralı und Olympos vollständig durch den
Berg Omurga von einander getrennt. Lediglich durch eine natürliche Felsöffnung
(daher der Name Deliktaş, Delik: Loch, Taş: Stein, Felsen), die noch
heute am Strand zu sehen ist, gelangte man von Norden her nach Olympos.
Olympos wurde gegen 110 v. Chr. Mitglied im lykischen Bund und zählte
neben Tlos, Xanthos, Pinara, Patara und Myra
zu den sechs wichtigsten Orten der Vereinigung. Diese Städte hatten
jeweils drei Stimmen im lykischen Senat, die übrigen 17 Städte des lykischen
Bundes nur eine. Schon wenig später geriet Olympos mehr und mehr in
die Gewalt von Piraten, deren Hauptanführer Zenikates wurde. Dieses
Schicksal teilte Olympos mit dem nahe gelegenen Phaselis,
bis im Jahre 78 v. Chr. die Seeräuber von dem römischen Feldherren Publius
Servilius Vatia, der als erster mit seinem Heer das Taurusgebirge überschritten
hatte, vernichtend geschlagen wurden. Olympos und Phaselis wurden aus
dem lykischen Bund ausgeschlossen und dem römischen Reich angegliedert.
In den folgenden Jahren begann unter der römischen Herrschaft die Blütezeit
des antiken Olympos. Auch die Nähe zu den "ewigen Feuern"
(siehe Chimaira) und der um diese betriebene
Kult für Hephaistos, dem Gott des Feuers und der Schmiede, machten Olympos
zu einer der bedeutendsten Städte Lykiens. Nach einem Besuch des römischen
Kaisers Hadrian im Jahre 129 n. Chr. wurde die Stadt kurzzeitig auch
Hadrianopolis genannt. Um 200 n. Chr. fiel Olympos erneut in die Hände
genuesischer Piraten und verarmte nach und nach. Auch wenn zu Beginn
der byzantinischen Epoche (um 300 n.Chr.) Olympos zu einem Bischofszentrum
wurde, ging es mit dem Ort unaufhaltsam bergab. Überschwemmungen taten
noch das Ihre dazu, bis mit der Eroberung durch die Osmanen das endgültige
Ende der einst so glanzvollen Stadt Olympos besiegelt war.
Sehenswürdigkeiten in Olympos
Essen in Olympos