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Side (Selimiye)

präsentiert von xago - Das Welterbe


Side, Einführung und geschichtlicher Überblick
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Landkarte von Side

Side, Einführung und geschichtlicher Überblick

Side - Wer in einer der luxuriösen Clubanlagen um Side seinen Urlaub bucht, wer lieber am Pool liegt und sich vom Daueranimationsprogramm des ach so gastfreundlichem Personals ablenken lässt, wer noch vor dem Frühstück am Strand sein Revier absteckt, wird nicht viel von dieser einst mächtigsten Hafenstadt der Südküste mitbekommen. Wer das morgentliche Buffet passiert hat und gedanklich noch nicht beim All-Inclusive-Abendessen ist, sollte einen Besuch der alten Ruinen von Side durchaus in Betracht ziehen. Es lohnt sich ! Von Antalya kommend erreicht man Side, in dem man kurz vor Manavgat in südliche Richtung (rechts) abzweigt und der Beschilderung folgt. Die wichtigsten Ruinen Sides liegen auf einer etwa 400 m breiten und 800 m langen Halbinsel, die sich etwa im Westen der Stadt an die Küste schmiegt. Der prächtige Sandstrand vor der Haustür Sides, der heute Geld in die Kassen der Bürger spült, war den Bewohnern in früheren Zeiten alles andere, als ein Segen. Die ewigen Versandungen des Hafens führten dazu, dass Side unter den Seldschuken ihre Stellung als wichtigste See- und Handelsstadt der Region an Adalya (Antalya) abgeben musste. "Das ist wie der Hafen von Side" hört man noch heute, spricht man über vergebliche Arbeit. Auf dem Ruinenfeld Sides wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts das Städtchen Selimiye von Türken, die im Rahmen des griechischen Freiheitskampfes ihre Heimat Kreta verlassen mussten, gegründet. Sehr zum Verdruss der Archäologen, wurde in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts beim Einsetzen des Touristenbooms in der Region nur wenig Rücksicht auf die einzigartigen Zeugnisse der Vergangenheit genommen. Auf mysteriösen Kanälen gelangten viele Schätze von unermesslichem Wert in private Sammlungen oder Museen, vorwiegend nach Europa und in die USA.

Wie aus einigen archäologischen Funden hervorgeht, war das Gebiet um das heutige Side bereits im 2. Jt.v.Chr. besiedelt. Im heutigen Sprachgebrauch findet das Wort keine Verwendung mehr, in der luwischen Sprache bezeichnete Side jedoch den Granatapfel. Die Luwi waren die Ureinwohner Südwestanatoliens, älteste Quellen gehen noch vor das 4. Jt. v. Chr. zurück. Im 7. Jh. v. Chr. kamen schließlich griechische Siedler aus Aelius in das Gebiet und errichteten in Side den ersten Hafen. Erste Münzen wurden zu Beginn des fünften vorchristlichen Jahrhunderts geprägt. Über all die Jahrhunderte hinweg konnte sich Side immer eine gewisse Eigenständigkeit bewahren. Zwar leisteten sie mal diesen oder jenen Feldherren Beihilfe, lehnten sich aber niemals allzuweit aus dem Fenster. So unterstützten die Einwohner Sides mehrfach den Seleukidenkönig Antiochos II. (223-187 v.Chr.), der auch den Beinamen "der Große" trug. Nachweislich nahmen die Krieger der Stadt auch an der großen Seeschlacht von Side mit einigen Schiffen teil. Die Seleukiden unterlagen hier im Jahre 190 v. Chr. der römischen Flotte, die sich von Rhodos Unterstützung geholt hatte. Auch nach dem endgültigen Sieg der Römer über die Seleukiden bei Magnesia (189 v. Chr.), konnte oder wollte man Side nicht einnehmen. König Attalos II. von Pergamon scheiterte ebenfalls immer wieder beim Versuch Side zu erobern, entnervt gründete er daraufhin etwa 70 km westlich Attaleia (Antalya).

Zu dieser Zeit erlebte Side ihre erste kulturelle und wirtschaftliche Blüte. In Side geprägte Silbermünzen waren bis nach Ägypten begehrtes Zahlungsmittel. Die Schulen der Stadt hatten weit über die Grenzen der Region hinaus ein ausgezeichnetes Ansehen. Sogar der spätere Seleukidenkönig Antiochos VII. (164-129 v. Chr.) erhielt in Side seine Ausbildung. Er erhielt später den Beinamen "Sidetes". Als im ersten Jahrhundert vor der Zeitwende Piraten an der Küste ihr Unwesen trieben, gelang es den Einwohnern der Stadt sich wiedereinmal mit den "Besuchern" zu "arrangieren", Rom lag schließlich einige Tagesreisen entfernt. In Side wurde ein Sklavenmarkt errichtet, für 20 Goldstücke gab es einen starken Mann, schöne Frauen waren schon für 15 Goldstücke zu haben. Als Pompeius im Jahre 67 v.Chr. dem wilden Treiben ein Ende setzte, zeigte man sich erneut anpassungsfähig in Sachen Weltanschauung und errichtete dem Feldherren kurzer Hand ein ebenso gigantisches, wie prächtiges Denkmal.

Ab dem 1. Jh.n.Chr. erlebte Side als Teil der römischen Provinz Lycia et Pamphylia eine neue großartige Blütezeit, die etwa bis zum Beginn des 3.Jh. reichte. Zu dieser Zeit lebten etwa 15000 Menschen in der Stadt, einige (ungesicherte) Quellen sprechen sogar von bis zu 40000 Einwohnern. Einige Inschriften belegen auch die Existenz einer christlichen Gemeinde, sowie zwei jüdischen Synagogen. Trotzdem wurde gegen Ende des 3.Jh. Side immer öfters von Unruhen heimgesucht. Weite Teile der Stadt wurden aufgegeben und eine innere Stadtmauer errichtet. Erst ab dem 5. Jh. siedelten sich allmählich wieder Menschen außerhalb dieser Mauern an. An den Glanz früherer Tage konnte Side jedoch nicht mehr anknüpfen. Im 7. Jh. wurde Side zu allem Überfluss von den Arabern geplündert, ein Großbrand im 9. Jh. gab letztendlich der Stadt den Rest. Wo der Mensch die Dämme nicht schafft, schafft Gott schließlich die Dünen, lediglich eine handvoll Piraten verschanzte sich im 11. Jh. in Side.

Als erster Wissenschaftler erforschte der irische Hydrograph Francis Beaufort als britischer Admiral im Jahre 1817 Side. Ab 1839 untersuchte der britische Forschungsreisende und Archäologe Charles Fellows die Ruinen. Der türkische Archäologe Arif Müfid Mansel führte von 1947 bis 1966 systematische Ausgrabungen durch. Ihm ist u.a. das Museum von Side zu verdanken. Mansel scheiterte gegen Ende der 60er Jahre am Versuch die Einwohner des Dorfes umzusiedeln, wie es z.B. in Aphrodisias geschehen ist.

Trotz der einzigartigen Schönheit des Städtchens, hat der Besuch der Sehenswürdigkeiten Sides einen leicht bitteren Beigeschmack: anders, als beispielsweise in Patara, ist es den Behörden in Side bedauerlicherweise nicht gelungen, das Gebiet vom Verkehr abzuriegeln. Die Inhaber der Restaurants, Bars, Boutiken usw. auf der Halbinsel gehören zu den lästigsten und abgebrühtesten des Landes. Um so mehr verwundert es, dass es immer noch Touristen gibt, die meinen sie hätten ein "Schnäppchen" in Side finden können, nur weil sie den Preis um 50% gedrückt haben. Vielleicht sollte man ein Schild mit der Aufschrift "Lass mich in Ruhe !!!" mit sich führen, vielleicht würde man dann etwas unbehelligter durch die Gassen der kleinen Ortschaft gehen. Ja, vielleicht sollte den Jungs auch einfach mal jemand sagen, dass ihre Sprüchlein NICHT lustig sind...

Tempel in Side Baum in Side
Der Strand von Side Der Hafen von Side
Side Detailansicht in Side
Deteilansicht Side
Die Ruinen von Side Die Ruinen von Side
Side am späten Nachmittag Die Überreste der Agora in Side
Side Side
Schilf Side
Side Side (Pamphylien)
Baum in Side Tempel in Side
Der Hafen von Side Der Strand von Side
Detailansicht in Side Side
Side Deteilansicht
Die Ruinen von Side Die Ruinen von Side
Die Überreste der Agora in Side Side am späten Nachmittag
Side Side
Side Schilf
Tempel in Side Baum in Side
Der Strand von Side Der Hafen von Side
Side Detailansicht in Side
     
     
     
     
 
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